Zwei Rollen, eine Anmeldung
Auf dem einen Handy, meist dem ausrangierten, läuft die App als Kamera. Auf deinem Alltagshandy oder im Browser am Computer läuft der Betrachter. Beide melden sich mit demselben Konto an, mehr Einrichtung gibt es nicht. Die Kamera darf mit ausgeschaltetem Bildschirm laufen und braucht nur ein Ladekabel.
Was du aus der Ferne tun kannst
Du kannst live mithören, ein regelmäßig aktualisiertes Standbild ansehen oder auf Live-Video umschalten. Ein Pegelbalken zeigt dir, wie laut es im Raum ist. Mit einer Sprechtaste, die du gedrückt hältst, sprichst du über das Kamera-Handy in den Raum: „Alles gut, ich bin gleich da.“ Damit nichts aus Versehen losgeht, ist die Taste gegen Fehlbedienung gesichert, und es spricht immer nur einer.
Brauchst du bei Dunkelheit etwas Licht, schaltest du die Taschenlampe des Kamera-Handys aus der Ferne ein. Die Helligkeit des Bildes regelt die Kamera auf Wunsch automatisch nach, und die Ausrichtung folgt der Lage des Handys.
Ein einzelnes Foto in voller Auflösung
Das Live-Bild ist bewusst klein, damit es schnell und sparsam ist. Willst du genau hinsehen, tippst du auf „HQ-Foto“: Die Kamera nimmt einmalig ein Foto in hoher Auflösung auf (etwa 12 Megapixel), auf Wunsch mit kurz eingeschalteter Taschenlampe. Nach wenigen Sekunden öffnet es sich bildschirmfüllend, du kannst hineinzoomen, herunterladen oder mit einem Tipp im HQ-Archiv speichern. Speicherst du es nicht, wird es nach spätestens 20 Minuten gelöscht. Das Archiv fasst bis zu 100 Fotos, liegt wie alle Aufnahmen verschlüsselt auf dem Server und lässt sich jederzeit leeren. Ein Foto belegt etwa 2 bis 6 MB Datenvolumen auf dem Kamera-Handy, daher am besten im WLAN. Das HQ-Foto gibt es ab Erweitert, in der Testphase ist es enthalten.
Videoanruf mit abgedunkeltem Display
Manchmal reicht eine Stimme nicht: Das Kind soll Mama oder Papa sehen. Tippst du im Betrachter auf „Videoanruf“, erscheint dein Gesicht auf dem Kamera-Handy, aber der Bildschirm bleibt fast schwarz, so dunkel wie das Gerät es zulässt. Man erahnt nur, dass etwas läuft, und im Zimmer bleibt es ruhig. Wie dunkel, stellst du selbst mit einem Regler ein; zum Ausleuchten schaltest du die Taschenlampe oder das Display-Licht dazu: Der Bildschirm leuchtet dann warm in fünf Stufen vom Nachtlicht bis voll, und dein Gesicht bleibt dabei sichtbar. Das Kind siehst du weiter im Live-Bild. Gesprochen wird wie bisher mit gehaltener Sprechtaste. Das Kamera-Handy schaltet den Bildschirm dafür von selbst ein und wieder aus; dazu erlaubst du einmalig „Über anderen Apps anzeigen“. Dein Bild wird nur durchgereicht und nicht gespeichert, der Anruf endet beim Auflegen, ohne Bild nach 10 Sekunden und spätestens nach 30 Minuten. Den Videoanruf gibt es im Plan Komplett, in der Testphase ist er enthalten.
Nachtansicht: dunkel und nur mit PIN bedienbar
Das Kamera-Handy soll nachts nicht leuchten und nicht von neugierigen Kinderhänden beendet werden. Legst du im Konto eine vierstellige PIN fest, wird das Handy nach 10 Sekunden ohne Eingabe komplett schwarz, mit der niedrigsten Helligkeit, die das Gerät kann. Ein Antippen zeigt nur ein dunkles Ziffernfeld; erst die richtige PIN öffnet die Oberfläche. Wer dreimal falsch tippt, löst einen Alarm mit Foto aus und wird 60 Sekunden gesperrt. Beenden geht am Gerät nur mit PIN. Einen Knopf zum Beenden aus der Ferne gibt es bewusst nicht, damit sich die Kamera unterwegs nicht versehentlich abschalten lässt. Zusätzlich kann Android den Bildschirm fixieren, sodass auch Zurück und Wischen nicht aus der App führen. Bricht die Verbindung unerwartet ab, etwa wenn der Akku leer ist oder jemand das Handy ausschaltet, meldet dir VintageCam nach rund 30 Sekunden „Kamera unerwartet offline“; ein gewolltes Beenden löst dagegen keinen Alarm aus. Nach einem Neustart startet die Kamera wieder von selbst, sobald das Handy entsperrt ist. Die Nachtansicht gehört zu jedem Plan; im erweiterten Modus lässt sie sich abschalten.
Kurz mitschauen lassen, per WhatsApp-Link
Die Großeltern sollen kurz hineinschauen oder du willst jemandem ein Bild zeigen, ohne dass er ein Konto braucht? Tippe auf „Teilen“ und wähle: das aktuelle Standbild als Momentaufnahme oder Live mitschauen (das Standbild aktualisiert sich laufend, ohne Ton und ohne Bedienung). Der Link gilt 5, 15 oder 30 Minuten und lässt sich per WhatsApp verschicken, kopieren oder mit dem Teilen-Menü weitergeben. Du siehst, wer gerade zuschaut, und kannst jeden Link sofort beenden. Auch ein HQ-Foto lässt sich so teilen. Links gibt es ab Basis, in der Testphase sind sie enthalten.
Immer im Blick, wie es der Kamera geht
Im Betrachter siehst du den Akkustand, ob das Handy lädt und wie warm es ist. Wird es zu heiß, bekommst du eine Meldung, und die Kamera arbeitet sparsamer. Ein Zähler zeigt dir, wie viele Daten die Verbindung verbraucht. Willst du ungestört sein, schaltest du Benachrichtigungen mit einem Knopf für 30 Minuten bis zu drei Stunden stumm.
Was du dafür brauchst
Die Kamera-App läuft auf Android ab Version 8. Der Betrachter funktioniert in jedem Browser, auch auf dem iPhone, und als App auf Android. Welche Funktionen du nutzen kannst, hängt vom Plan ab: Standbild und Live-Mithören gibt es ab Basis, Live-Video und Zurücksprechen ab Erweitert. Die ersten 14 Tage ist alles frei.