Fahrrad, Rucksack, Koffer: Das alte Handy als Wächter und Tracker
Ein günstiges Zweithandy wird zur versteckten Alarmanlage mit Sirene und GPS-Spur für Rucksack, Fahrrad und Koffer. Einrichtung und Grenzen.
Ein Fahrrad ist schnell weg, ein Koffer verschwindet im Trubel, ein Rucksack bleibt im Zug liegen. Bluetooth-Tracker gibt es dafür, aber sie zeigen nur, wo ein anderes Gerät in der Nähe den Tracker gesehen hat. Ein Handy als Wächter weiß selbst, wo es ist, und kann zusätzlich Alarm schlagen.
Was du brauchst
Ein ausgedientes Android-Handy mit Akku und, wenn es unabhängig vom WLAN funktionieren soll, einer SIM-Karte mit Datentarif. Prepaid-Tarife mit kleinem Datenvolumen reichen: Für die Positionsmeldungen fallen nur wenige Kilobyte an. Dazu das Zusatzpaket VintageCam Ultimate, das in den ersten 14 Tagen enthalten ist.
Einrichtung in drei Schritten
Starte die App auf dem Zweithandy, wähle „Alarmanlage – Rucksack, Auto, Fahrrad“ und vergib einen Namen, etwa „Fahrrad“. Erlaube Standort und stelle ihn auf „Immer“. Dann schaltest du die Alarmanlage scharf. Nach der Verzögerung (standardmäßig 25 Sekunden, einstellbar) ist sie aktiv. Auf deinem Alltagshandy siehst du im Betrachter unter „Schutz & Karte“ den Zustand und die Position.
Wie sich das Handy verhält
Wird es angehoben, geschüttelt oder bewegt, schlägt eine schrille Sirene an, wahlweise nur als stille Meldung, wenn du den Dieb nicht warnen willst. Das Handy meldet währenddessen häufig seine Position, in Bewegung etwa alle 10 Sekunden, in Ruhe seltener. Du siehst auf der Karte, wohin es sich bewegt, farbig nach Zustand markiert. Bleibt es nach dem Alarm 25 Sekunden ruhig, verstummt die Sirene, die Anlage bleibt scharf und schlägt bei neuer Bewegung wieder an.
Wo du es verstaust
Im Rucksack steckt es in einer Innentasche, im Koffer zwischen der Kleidung, am Fahrrad in einer Satteltasche. Es sollte nicht in der Sonne liegen und nicht komplett von Metall umschlossen sein, denn das schluckt GPS-Signale. Prüfe vor dem ersten Einsatz, ob es Position und Alarm zuverlässig meldet.
Fahrrad speziell
Ein Fahrraddieb hebt ein Rad oft zuerst an oder trägt es weg. Beides löst die Bewegungssensoren aus. Montiere das Handy so, dass es nicht auf den ersten Blick auffällt, aber nicht aus Rücksicht auf die Wirkung versteckt: Eine auffällige Sirene kann Diebe abschrecken, ein stiller Alarm hilft, den Standort zu verfolgen. Beides lässt sich pro Auslöser einstellen. Und: Überlass die Rückholung der Polizei, auch wenn die Karte genau zeigt, wo das Rad steht.
Akku und Grenzen
Ein Handy im Wächterbetrieb hält je nach Akku und Einstellungen Tage bis Wochen, wenn es meist ruhig liegt, denn dann meldet es seine Position nur alle paar Minuten. Beim Stehlen helfen Sirene und Spur, aber kein Wunder: Wird das Handy ausgeschaltet oder entdeckt und entfernt, endet die Verfolgung. Lies dazu auch Die ehrlichen Grenzen und wie du die GPS-Spur exportierst.
